Das Ende des Zelluloids ist nah

Wer diese Überschrift liest, wird sich vielleicht denken, dass jemand das Ende des Films eingeläutet hat. Tatsächlich wurde am Anfang auch mit Zelluloidstreifen gefilmt, die aber leicht entflammbar waren. Wer jemals einen Tischtennisball angezündet hat, wird erlebt haben, dass dieser ebenso leicht in Flammen aufgeht. Der Grund liegt darin, dass diese Bälle ebenfalls aus Zelluloid gemacht werden. Oder besser wurden. Denn der Trend geht langsam aber sicher in Richtung Plastikball und das auch im Profisport.

Die ersten Bälle sind bereits vom Internationalen Tischtennisverband geprüft, getestet und zertifiziert worden. Der Grund für den Umstieg war, dass es in vielen Ländern mittlerweile verboten ist, Produkte aus Zelluloid herzustellen, weil es eben so leicht entflammbar ist. Bereits seit 2011 versuchen sich Hersteller daran, einen Plastikball zu entwickeln, der die gleichen Eigenschaften hat.

Das erste Problem war, dass man beim Zelluloidball eine Art Schweißnaht hat, die Auswirkungen auf den Spin hat. Doch das konnte technisch gelöst werden und heute haben die Bälle aus Plastik eine recht gute Oberfläche. Es gibt aber auch nahtlose Tischtennisbälle.

Der Spin ist aber nach wie vor was die guten von den billige Bällen unterscheidet. In China werden immer neue Plastikmischungen probiert und auch in Japan hat man mit dem Nittaku Premium 40+ einen der besten Plastikbälle produziert, die es derzeit auf dem Markt gibt.

Seit 2014 wird international nur noch mit Plastikbällen gespielt, vor allem auch um den Übergang zu beschleunigen. Seit 2017 gibt es eine neue Ballgeneration, die von der Firma DHS produziert wird. Deren Vorteil ist, dass sie wesentlich günstiger im Preis ist, dafür aber viel länger hält. Der Nachteil ist aber auch hier, dass die Bälle weniger Spin haben als die Zelluloidbälle.

Wahrscheinlich wird es für die älteren Spieler am schwersten sein, sich umzustellen, auch wenn das bei den Profis schon geschehen ist. Aber in manchen Regionalliegen werden auch heute noch die Zelluloidbestände aufgebraucht.

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